Exhibitions

 Galerie Wagner + Partner
 Galerie Wagner + Partner

Time is on my Line - Zeitgenössischer Linolschnitt aus Berlin und Leipzig

Benjamin Dittrich, Claas Gutsche, Philipp Hennevogl, Sebastian Speckmann

31.08.2018 – 06.10.2018

„Linocut Reloaded“ nannte sich eine bahnbrechende Übersichtsausstellung zum Thema Linolschnitt, die von Wagner + Partner 2011 initiiert wurde. Sieben Jahre später befragt die Galerie das Medium erneut nach seiner Vielfältigkeit und Ausdrucksstärke. Anhand zweier Berliner Künstler – Claas Gutsche und Philipp Hennevogl – und zweier Leipziger Künstler – Benjamin Dittrich und Sebastian Speckmann – zeigt die Ausstellung unterschiedliche Richtungen in der Auseinandersetzung mit dem Medium auf.

Benjamin Dittrich (*1987) kommt vom Buchdruck und erweitert das Druckspektrum durch installative Elemente und die Transformation einer uns vor allem von wissenschaftlichen Büchern vertrauten Symbolsprache in grafische, farbige Tableaus.

Claas Gutsche (*1982), viele Jahre fest im Programm der Galerie, befragt erneut Aufstieg und Niedergang im Kontext der Architektur. Nach seiner Auseinandersetzung mit sozialistischen und nationalsozialistischen Bauzeugnissen sucht er sie nun in der Tradition des Bauhaus.

Philipp Hennevogl (*1968) weist die Charakterisik des Flaneurs auf: Nebensächliches, Kleines wie Großes oder auch banale Alltagsgegenstände werden durch gekonnte Einschnitte auf der Platte in eine souveräne Schwarz-Weiß-Bildwelt übersetzt.

Sebastian Speckmann (*1982), jüngst im Franz-Gertsch-Museum mit einer Einzelausstellung bedacht, zeigt neue Motive, die sich in ihrer ausgeklügelten Linienführung der visuellen Vermarktung á la Instagram quasi verweigern und im übertragenen Sinne bei sich selbst bleiben. Eingebettet scheint all dies im visuellen Kosmos der Leipziger Schule.

Jeder dieser vier deutschen Künstler steht stellvertretend für die Vielfalt und Innovationskraft eines Mediums, das in Zeiten der omnipräsenten Digitalisierung seine Eigenart nicht nur bewahrt, sondern sukzessive ausbaut. Der erneute Blick auf den Linolschnitt bietet für die Besucher den Ausgangspunkt, eine reichhaltige künstlerische Szene besser kennenzulernen.